Wie stuft die Stadt Köln den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln ein? Und was wird darüber hinaus für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität getan? Im Interview bezieht Andreas Wolter, Bürgermeister und Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt Köln, Stellung.

Herr Wolter, die S-Bahn Köln wird in den kommenden Jahren ausgebaut. Wie wichtig ist das Vorhaben für die Mobilität im Großraum Köln?

Wir sind bezüglich der S-Bahnverbindungen unterdurchschnittlich angebunden. Köln hat eine gute Fernverkehrsverbindung. Auch das Stadtbahnnetz ist engmaschig. Die Kapazitäten sind sowohl im Stadtbahnverkehr und im Regionalverkehr mehr als ausgelastet. Der Bau der zusätzlichen Gleise im Hauptbahnhof Köln, die neuen Haltepunkte im Rechtsrheinischen und der zweigleisige Ausbau nach Bergisch Gladbach sind immens wichtig. Wir brauchen aber auch dringend die S 13 nach Bonn, den linksrheinischen Bau der S-Bahn nach Bonn und nach Kall, um den Anforderungen eines angemessenen ÖPNV gerecht zu werden. Wir sind mit dem geplanten Vorhaben erst am Anfang! Bei der Infrastruktur und den Beförderungskapazitäten gibt es einen enormen Nachholbedarf.

Welche Bedeutung hat die frühzeitige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei einem solchen Vorhaben?

Bauvorhaben ohne Bürgerbeteiligung sind in Köln kaum noch vorstellbar. Gerade der S-Bahn-Ausbau nach Bergisch Gladbach ist nicht ohne Fallstricke. Deshalb ist eine frühzeitige Beteiligung der Bürger von enormer Bedeutung. So lassen sich auch unter Beteiligung der relevanten Verbände Hindernisse vielleicht schon frühzeitig gemeinsam ausräumen.

“Wir müssen vor allem den Pendlern eine zeitlich und finanziell günstige Alternative bieten, damit sie vom Auto umsteigen auf den Umweltverbund.”

Andreas WolterBürgermeister und Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt Köln

Was tut die Stadt Köln, um eine zukunftsfähige, umwelt- und menschengerechte Mobilität in der Domstadt zu gestalten?

Bei unserer Verkehrspolitik orientieren wir uns an dem Konzept „Köln Mobil 2025“. Wir stärken den Umweltverbund bei der Mobilität. Wir bauen die Infrastruktur für die Fahrradinfrastruktur massiv aus und müssen die Kapazitäten im Stadtbahnverkehr um rund 40 Prozent erhöhen, um unsere selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Unsere Stadt wächst und damit demnächst nicht auch noch die Wirtschaftsverkehre im Stau stehen, muss der Regionalverkehr eine Kapazitätssteigerung nachvollziehen. Wir müssen vor allem den Pendlern eine zeitlich und finanziell günstige Alternative bieten, damit sie vom Auto umsteigen auf den Umweltverbund. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg und die Kölner Verkehrs-Betriebe haben bei den Zeitkarten bereits das Leihrad und Carsharing mit im Angebot. Damit ist die Grundlage geschaffen. Nun muss auch die Infrastruktur ausgebaut werden.

Hinweis: Die hier im Blog veröffentlichten Interviews geben nur die Meinung des Befragten wieder. Vom Interviewten vorgeschlagene Projekte können nur vorbehaltlich einer entsprechenden Finanzierung realisiert werden.