Der Fahrgastverband Pro Bahn setzt sich für die Interessen der Reisenden im Nah- und Fernverkehr ein. Im Interview erklärt Winfried Queiser, Fachreferent Pro Bahn für Köln und den Rheinisch-Bergischen Kreis, was er sich vom Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln verspricht und in welchen Bereichen er weiteren Handlungsbedarf sieht.

Herr Queiser, die S-Bahn im Knoten Köln soll leistungsfähiger und zuverlässiger werden. Was bedeutet der Ausbau für die Fahrgäste?

Nach dem Ausbau wird (zunächst) mehr Platz in den Zügen sein und die S-Bahnen werden häufiger fahren. Zuverlässigkeit und Schnelligkeit sind wichtige Kriterien, wenn Menschen sich zwischen Bahn und Auto entscheiden. Je besser die S-Bahn wird, desto mehr Menschen fahren damit. In den letzten Jahren hat die S 11 erheblich an Zulauf gewonnen, so dass ich hoffe, dass der Ausbau recht bald kommt. Schon heute kann es passieren, dass man in Holweide nicht mehr in die Bahn kommt, weil sie überfüllt ist. Während der Bauzeit wird es sicherlich zu Einschränkungen und Sperrungen kommen. Ich hoffe, dass die Arbeiten optimal koordiniert werden und die Einschränkungen im Interesse der Fahrgäste so gering wie möglich gehalten werden.

“Ich hoffe, dass das Projekt durch die frühzeitige Beteiligung zügiger umgesetzt werden kann.”

Winfried QueiserFachreferent Pro Bahn für Köln und den Rheinisch-Bergischen Kreis

Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit hat einen großen Stellenwert bei der Umsetzung des Projekts. Welche Erwartungen haben Sie an den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern?

Ich hoffe, dass das Projekt durch die frühzeitige Beteiligung zügiger umgesetzt werden kann. Wenn sich viele an der Diskussion beteiligen, kommen vielleicht schon frühzeitig gute Ideen hinzu, die bei der Planung berücksichtigt werden können.

Was muss noch passieren, um den Bahnverkehr im Großraum Köln weiter zu stärken?

Im Augenblick hakt es besonders auf der Strecke von Köln nach Bonn. Hier sind die Bahnen zu bestimmten Zeiten restlos überfüllt. Deshalb fordert Pro Bahn auch die S-Bahn-Westspange und die S-Bahn nach Bonn. Kurzfristig sollte man die stündlichen Zugfahrten gleichmäßiger verteilen. Die RB 25 ist durch ihre Eingleisigkeit extrem störungsanfällig und langsam. Hier müssen größere Abschnitte zweigleisig ausgebaut und die Gesamtstrecke elektrifiziert werden. Die derzeitigen Dieseltriebwagen sind auf der S-Bahn-Stammstrecke ein Hindernis, das bis zur Inbetriebnahme des 2,5-Minuten-Taktes beseitigt werden muss. Wenn Personenverkehr über die Südbrücke stattfinden soll, wird man langfristig auch über deren Erweiterung nachdenken müssen.

Hinweis: Die hier im Blog veröffentlichten Interviews geben nur die Meinung des Befragten wieder. Vom Interviewten vorgeschlagene Projekte können nur vorbehaltlich einer entsprechenden Finanzierung realisiert werden.