Als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr im Rheinland treibt der Nahverkehr Rheinland den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln mit Hochdruck voran. Im Interview erläutert Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober die Bedeutung des Projekts und den Stellenwert der laufenden frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Herr Dr. Reinkober, die S-Bahn Köln wird in den kommenden Jahren umfassend ausgebaut. Warum ist dieser Schritt so wichtig?

Die S-Bahn Köln hat die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Die Fahrgastzahlen steigen seit Jahren – eine Entwicklung, die zwar erfreulich, auf dem vorhandenen Netz aber nicht mehr zu bewältigen ist. So zeigt eine aktuelle Auswertung für 2017, dass es Pünktlichkeitseinbußen auf allen S-Bahn-Linien gibt, besonders auf der Linie S 11. Wir müssen darauf reagieren und den zwingend notwendigen Ausbau der Infrastruktur intensiv vorantreiben. Nur so können wir für ein leistungsfähiges Mobilitätsangebot auf der Schiene sorgen, das gute Verbindungen für den wachsenden Großraum Köln schafft.

Den Anfang machen der zweigleisige Ausbau der S 11 und der Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs sowie des Bahnhofs Köln Messe/Deutz. Welche Bedeutung haben diese Maßnahmen?

Der Ausbau der S 11 für einen 10-Minuten-Takt zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach ist ein ganz wichtiger erster Schritt. Eine Auswertung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat gerade erst wieder gezeigt, dass 67 Prozent der Beschäftigten in Bergisch Gladbach pendeln, der Großteil davon nach Köln. Auch umgekehrt fahren viele Menschen aus Köln zum Arbeiten nach Bergisch Gladbach. Vor diesem Hintergrund ist ein dichterer Takt auf der Linie S 11 von großer Bedeutung, um ein leistungsfähiges Angebot für die Fahrgäste bereitzustellen. Mit den Ausbaumaßnahmen am Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln Messe/Deutz sorgen wir zudem dafür, dass der Betrieb auf der Hohenzollernbrücke künftig zuverlässiger und flüssiger läuft und die Barrierefreiheit verbessert wird.

“Ich kann die Menschen im Rheinland nur ermuntern, sich weiter mit ihren Vorstellungen in den Prozess einzubringen und „S“ gemeinsam mit uns zu gestalten.”

Dr. Norbert Reinkober Geschäftsführer des NVR

Die Projektpartner setzen auf eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Seit 26. März läuft der Online-Dialog, in Köln hat die erste Infomesse stattgefunden. Was erhoffen Sie sich von der frühen Bürgerbeteiligung, wie bewerten Sie die bisherige Resonanz?

Wir müssen Gas geben und den Fahrgästen schnell mehr Qualität auf der Schiene bieten. Dazu ist es wichtig, die Menschen von Anfang an mitzunehmen und in die Planung einzubeziehen. So lässt sich erreichen, dass wir das Projekt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gestalten, eine hohe Akzeptanz erzielen und zu einer effizienten Umsetzung kommen. Mit der bisherigen Resonanz sind wir sehr zufrieden: Im Online-Dialog wurden bislang über 250 Kommentare hinterlassen und bei der Infomesse sind wir mit 200 Interessierten und Anwohnern direkt in Kontakt getreten. Ich kann die Menschen im Rheinland nur ermuntern, sich weiter mit ihren Vorstellungen in den Prozess einzubringen und „S“ gemeinsam mit uns zu gestalten.