Der Ausbau der S 11 ist für die Menschen in Bergisch Gladbach ein wichtiges Thema. Das hat die Infomesse vor Ort am 14. Mai erneut gezeigt. Rund 350 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Veranstaltung, um sich zu informieren, mit Planern und Projektpartnern ins Gespräch zu kommen und eigene Erwartungen an das Projekt zu formulieren.

„Als Studentin, die häufig mit der S 11 nach Köln fährt, kann ich nur für den Ausbau sein“, erklärte eine Teilnehmerin, der die hohe Auslastung der Linie und auftretende Verspätungen aus eigenem Erleben bekannt sind. So wie sie äußerten sich viele Teilnehmer positiv und geradezu erleichtert über den geplanten Ausbau. Die Zustimmung für die Verdichtung auf einen 10-Minuten-Takt ist groß. Zur genauen Ausgestaltung allerdings gibt es immer wieder Fragen. So wird darüber diskutiert, ob für die Ausweitung des Angebots ein zweites Gleis notwendig ist. Zudem wünschen sich viele Bürger einen Ausbau der Park+Ride-Plätze und kostenlose Radstellplätze. Auch bei den Busverbindungen in Bergisch Gladbach hoffen viele Fahrgäste auf Verbesserungen beim Angebot. Neben Pendlern besuchten zahlreiche Anwohner die Infomesse, um sich ein Bild von möglichen Auswirkungen des Ausbaus auf ihre Grundstücke zu machen. „Ich wohne direkt an der Strecke und hoffe, heute mehr über die geplante Streckenführung zu erfahren“, so eine Bergisch Gladbacherin.

“Als Studentin, die häufig mit der S 11 nach Köln fährt, kann ich nur für den Ausbau sein.”

Eine von vielen Bürgerrückmeldungen

Impressionen von der Infomesse in Bergisch Gladbach.

“Wir wollen mit den Menschen diskutieren, die Planungen transparent machen und laden alle herzlich ein, sich weiter zu beteiligen.”

Stephan SantelmannVerbandsvorsteher des NVR

Engagement für eine lebenswerte und wirtschaftsstarke Region

„Der Bürgerdialog läuft aus unserer Sicht sehr, sehr gut“, betonte Stephan Santelmann, Verbandsvorsteher beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR). „Wir wollen mit den Menschen diskutieren, die Planungen transparent machen und laden alle herzlich ein, sich weiter zu beteiligen.“ Auch Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, unterstrich die Bedeutung einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für die effiziente Umsetzung des Projektes. „Ich weiß, wie wichtig der rechtzeitige Austausch mit Betroffenen ist“, so der Staatssekretär. „Durch die Aufnahme als Modellprojekt im NRW-weiten Bündnis für Mobilität wollen wir einen Feldversuch für eine solche Beteiligung schaffen und ich freue mich, dass so viele Menschen mit Begeisterung und Engagement dabei sind.“ Wie dringend der Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln ist, verdeutlichte Bernd Köppel, Leiter Großprojekte Region West der DB Netz. „Die Fahrgastzahlen der S-Bahn sind in den letzten Jahren stark gestiegen, 2016 allein um acht Prozent. Für dieses Wachstum ist die Infrastruktur nicht ausgelegt.“ Die geplanten Baumaßnahmen bieten laut Köppel die Chance, gerade in Bergisch Gladbach mit dem nahegelegenen Busbahnhof die Anschlüsse an den kommunalen Nahverkehr zu verbessern. Auch NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober betonte die positiven Auswirkungen des Projekts für den gesamten Großraum Köln: „Wir wollen, dass die Region weiter so lebenswert und wirtschaftsstark bleibt wie jetzt.“

Noch bis 31. Mai 2018 online mitreden

Aufgrund der guten Beteiligung haben die Projektpartner den Online-Dialog verlängert. Wer sich mit seinen Ideen einbringen möchte, hat noch bis zum 31. Mai 2018 Gelegenheit dazu. Alle im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung eingehenden Anregungen werden von den beteiligten Planern gesichtet und die Möglichkeiten der technischen und finanziellen Umsetzbarkeit geprüft.