1.076.000

Menschen leben in Köln

Köln wächst seit Jahren. Bis 2040 sollen rund 140.000 weitere Einwohner hinzukommen. Das Wachstum strahlt auch auf angrenzende Kommunen aus.

Köln als Stadt der Pendler

Die steigenden Einwohnerzahlen und die ausgeprägte regionale Verflechtung führen zu einer immer stärkeren Verkehrsbelastung. Mehr als 315.000 Einpendler fahren täglich nach Köln, 145.000 Einwohner pendeln aus der Stadt heraus. Hinzu kommt eine große Zahl an Menschen, die innerhalb der Domstadt zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz unterwegs sind. Die Folge: Der Verkehr in Köln ist am Limit. Die Kölner legen rund 40 Prozent ihrer Wege mit dem Auto zurück. Auf den Straßen in und um die Staustadt Nummer 2 in Deutschland herrscht Stillstand. 544 Millionen Menschen pro Jahr nutzen die Busse und Bahnen im VRS, davon 54 Millionen die S-Bahn Köln. Auch im öffentlichen Verkehr sind die Kapazitäten erschöpft.

Lebensqualität und Klimaschutz in Gefahr

Die Menschen in Köln und Umgebung leiden zunehmend unter dem hohen Verkehrsaufkommen. Neben Zeitverlusten durch Staus und Verspätungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie einer hohen Belastung durch CO2-Emissionen, Feinstaub und Stickstoffdioxid ausgesetzt. Hinzu kommt eine immer höhere Lärmbelastung. Auch die ambitionierten Klimaschutzziele der Rheinmetropole geraten zunehmend in Gefahr. Köln hat sich in einem 2011 verabschiedeten Klimaschutzkonzept drei Selbstverpflichtungen zur CO2-Minderung auferlegt. Als wichtigstes Ziel will die Stadt die Emissionen jeweils alle fünf Jahre um zehn Prozent senken. Das würde bis 2020 eine Reduzierung um rund 40 Prozent gegenüber 1990 bedeuten und bis 2050 um etwa 80 Prozent. Die Realität sieht aktuell allerdings anders aus: Die Deutsche Umwelthilfe hat die Stadt wegen der dauerhaften Schadstoffbelastung verklagt und künftig drohen Dieselfahrverbote.

Bausteine für eine Trendwende

Damit Köln weiterwachsen kann und Mobilität sowie Lebensqualität der Menschen erhalten bleiben, müssen die Verkehrswege ausgebaut und dabei verstärkt auf nachhaltige Verkehrsmittel gesetzt werden. Mit der Strategie „Köln mobil 2025“ hat die Stadt den Leitgedanken einer nachhaltigen, umweltfreundlichen und nutzergerechten Mobilität formuliert. Verschiedene Bausteine sollen eine Trendwende hin zu einem nachhaltigeren Verkehr einläuten. So wird der Rhein-Ruhr-Express im Regionalverkehr auf der Schiene in einigen Jahren für eine bessere Anbindung an das Ruhrgebiet und an Westfalen sorgen. Mit dem Ausbau des Bahnknoten Köln, zu dem auch der Ausbau der S-Bahn Köln gehört, will der Zweckverband Nahverkehr Rheinland einen leistungsfähigeren Personen- und Güterverkehr auf der Schiene ermöglichen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe setzen auf den Ausbau des Stadtbahnnetzes und die Umstellung auf E-Busse, um den steigenden Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr gerecht zu werden. Zusätzlich arbeitet die Stadt Köln am Ausbau des Radverkehrsnetzes, an Verbesserungen bei den Carsharing- und Bikesharingangeboten sowie an der Förderung des Fußgängerverkehrs.

Der erste Schritt: Ausbau der Stammstrecke und der S 11

Der Großraum Köln braucht für eine metropolengerechte Mobilität den Ausbau der S-Bahn. Um für die Verkehrsströme der Zukunft gerüstet zu sein, erfolgt in einem ersten Schritt der Ausbau der Stammstrecke und der S 11. Geplant ist, die S-Bahn-Stammstrecke in Köln Messe/Deutz und im Kölner Hauptbahnhof zu erweitern und mit moderner Leit- und Sicherungstechnik auszurüsten, um eine schnellere Zugfolge zu ermöglichen. Des Weiteren ist vorgesehen, die Strecke der S 11 zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach zweigleisig auszubauen. So soll in der Hauptverkehrszeit ein Zehn-Minuten-Takt zwischen Bergisch Gladbach und Köln-Worringen erreicht werden. Zur Erschließung des sich auf dem ehemaligen Gelände der „Chemischen Fabrik Kalk“ (CFK) entwickelnden Stadtquartiers ist in Köln-Kalk West ein neuer S-Bahn-Haltepunkt für die S 6 und die S 11 geplant. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Köln Messe/Deutz.

Das Ergänzungspaket: Ausbau der Erftbahn zur S-Bahn

Als Ergänzung zum Ausbau der Stammstrecke und der S 11 ist vorgesehen, die ebenfalls stark nachgefragte Regionalbahn RB 38 („Erftbahn“) von Bedburg bis Horrem zu einer vollwertigen, elektrifizierten S-Bahn mit 20-Minuten-Takt auszubauen. Zum Ergänzungspaket gehört zudem der Bau eines S-Bahn-Haltepunktes in Köln-Mülheim im Verlauf der S 6, um eine weitere Umsteigemöglichkeit zum Bus- und Stadtbahnnetz (Linie 4) zu schaffen. Darüber hinaus ist der Neubau einer Abzweigverbindung am Haltepunkt Köln-Müngersdorf Technologiepark für die zukünftige Führung von S-Bahnen in Richtung Pulheim geplant.

Die Vision: Die S-Bahn Köln 2030+

Langfristiges Ziel ist es, die S-Bahn Köln bis 2030+ zu einem S-Bahn-Netz auszubauen, das die gesamte Region gut und schnell vernetzt. Insgesamt neun S-Bahn-Linien sollen für optimale Anbindungen in Stadt und Region sorgen. Der Ausbau macht die S-Bahn zum Rückgrat für eine leistungsfähige Mobilität in der Region und zu einem wichtigen Baustein für Lebensqualität und Nachhaltigkeit. Sie wird zu einem Impulsgeber für die Stadtentwicklung und die Erschließung von neuen Wohn- und Gewerbegebieten.

Akzeptanz als Basis für eine erfolgreiche Umsetzung

Akzeptanz ist daher ein zentraler Faktor, um die vielen anstehenden Verkehrsprojekte in Köln schnell, effizient und erfolgreich umsetzen zu können. Voraussetzung für Akzeptanz ist Information: Die Bürger müssen nachvollziehen können, warum ein Projekt benötigt wird und welchen Nutzen es hat. Daher wird auch beim Ausbau der S-Bahn Köln auf eine frühzeitige und transparente Information der Öffentlichkeit gesetzt.